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Themenvorschlag: Zentralabitur?

Materialien:

Die CSU hat sich gegen Forderungen nach einem Zentralabitur in Deutschland gestellt. “Ein Zentralabitur wird es auf keinen Fall mit Bayern und der CSU geben”, sagte Markus Söder, Vorsitzender der Christsozialen und Ministerpräsident von Bayern, bei einem Treffen des Parteivorstandes.

Entsprechende Überlegungen bezeichnete Söder als falsch. Die CSU werde sich dafür einsetzen, das bayerische Abitur beizubehalten. Zu diesem Zweck müsse auch der Koalitionsvertrag überprüft werden – die Gründung eines nationalen Bildungsrates, wie sich in der Vereinbarung von CDU, CSU und SPD festgelegt ist, lehne man ab. Ein solches Gremium diene nur dazu, “quasi alles zu nivellieren, gleich zu machen” und bedeute, “dass Berliner Bildungspolitik quasi eine bayerische sein muss”, sagte Söder.

Mit dieser Haltung wendet sich Söder gegen Forderungen aus der CDU: Anfang Juli hatte sich die Kultusministerin von Baden-Württemberg, Susanne Eisenmann, für eine deutschlandweit einheitliche Abiturprüfung ausgesprochen. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (beide CDU) unterstützte diesen Vorschlag. Es sei “auch eine Frage der Gerechtigkeit”, eine Vergleichbarkeit der Abschlüsse herzustellen, sagte Karliczek.

Quelle: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-07/markus-soeder-zentralabitur-schule-bildungspolitik-abi (19.07.2019)

Es sind Sommerferien, die Medien haben wenig zu berichten, und prompt ploppt das Thema bundesweites Zentralabitur wieder auf. OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher behauptet, ein Abitur auf Landesebene habe „genauso wenig Sinn, wie dass jeder Provinzfürst seine eigene Währung druckt“ und Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) springt ihm mit der Forderung nach „mehr Fairness und Vergleichbarkeit“ zur Seite.

Nun ist es so, dass weder Schleicher noch Karliczek in der Sache wirklich etwas zu sagen haben. Entscheidend sind die Kultusminister der Länder, an der Spitze als derzeitiger Präsident der Kultusministerkonferenz der hessische Ressortchef Alexander Lorz (CDU). Er will sich heute zu dem Thema äußern, und es ist mehr oder minder absehbar, was er sagen wird: Dass die Länder bereits auf dem Weg zu mehr Vergleichbarkeit sind, unter anderem mit dem gemeinsamen Abitur-Aufgabenpool.

Quelle: https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/bildungsfoederalismus-illusion-deutschland-abitur-16292155.html (19.07.2019)

In der Debatte über ein bundesweites Zentralabitur hat sich FDP-Chef Christian Lindner für eine Vereinheitlichung des Schulabschlusses ausgesprochen. „Ich halte den Bildungswettbewerb zwischen 16 Bundesländern, wie wir ihn praktizieren, für aus der Zeit gefallen“, sagte Lindner den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Gemeinsame Bildungsstandards müssen endlich umgesetzt werden. Ein Zentralabitur könnte dabei ein Element sein.“

Quelle: https://www.welt.de/politik/deutschland/article197100629/Zentralabitur-FDP-Chef-Lindner-fuer-einheitliches-Abi-in-Deutschland.html (19.07.2019)

Das Konzept des Länderabiturs sieht vor, über gemeinsame Aufgaben in bestimmten Fächern oder Kooperationen zwischen einzelnen deutschen Ländern schrittweise eine gemeinsame schulische Reifeprüfung zu entwickeln. Dadurch soll die Akzeptanz des Bildungsföderalismus gestärkt und eine bessere Vergleichbarkeit der Abiturprüfungen ermöglicht werden.

Die Idee basiert auf einem Vorstoß aus den deutschen Ländern. Im Frühjahr 2011 begründeten die Kultusminister Mecklenburg-Vorpommerns und Sachsens, Henry Tesch und Roland Wöller, sowie ihr Kollege aus Bayern, Ludwig Spaenle, den Vorstoß damit, dass das Grundrecht auf Bildung in einer immer mobiler werdenden Gesellschaft gewahrt bleiben müsse. Gleichzeitig gelte es aber an dem im Grundgesetz verankerten Prinzip „Bildung ist Ländersache“ nach Art. 30 GG festzuhalten. Zustimmung kam auch aus der SPD. So begrüßte Ties Rabe, schulpolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion in Hamburg, die Initiative als „Schritt in die richtige Richtung“.

Das Konzept eines Länderabiturs ist Bestandteil des CDU-Leitantrags mit dem Titel „Bildungsrepublik Deutschland“, der auf dem Parteitag im November 2011 in Leipzig verabschiedet werden sollte.

Die konkrete Umsetzung des Länderabiturs könnte nur per Staatsvertrag erfolgen. Auf Vorschlag der SPD-geführten Länder beauftragte die Kultusministerkonferenz bereits 2007 das eigens für die Entwicklung von Vergleichsarbeiten eingerichtete Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen damit, wissenschaftlich geprüfte Standards vorzulegen, die spätestens im Schuljahr 2013/14 mittels gemeinsamer Aufgabenpools in die Schulpraxis überführt werden sollten.

Sechs Länder machten 2014 den Anfang und gliederten gemeinsame Aufgabenteile in ihre Zentralabiturprüfungen ein, zwei Jahre später waren es acht Länder. 2018 stieg im Fach Mathematik die Anzahl der Länder, die sich eines gemeinsamen Aufgabenpools bedienten, auf 15.

Die gegenseitige Anerkennung der länderspezifischen Schulabschlüsse in Deutschland wird bisher durch das Hamburger Abkommen vom Oktober 1964 garantiert. Nach dem Prinzip des Föderalismus ist Bildung, und damit die Gestaltung der Abituraufgaben, ausschließlich Angelegenheit der einzelnen Länder. Die Hinnahme eines länderübergreifenden Abiturs beschneidet den Freiraum der einzelnen Kultusministerien.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%A4nderabitur

Hannah möchte Ärztin werden, ihr Abiturschnitt aber liegt bei 2,6. Ohne 1 vor dem Komma hat sie keine realistische Chance auf einen der heiß umkämpften Medizinstudienplätze. Den Einserschnitt hätte sie in der Tasche, da ist sich Hannah sich sicher, wenn sie nicht ausgerechnet in Bayern zur Schule gegangen wäre. In Niedersachsen oder Bremen hätte sie allein schon deshalb besser abgeschnitten, weil sie dort niemand zur Mathe-Prüfung verdonnert hätte, wie es der Freistaat seit Einführung des achtjährigen Gymnasiums tut.

Bayern ist eines von fünf Bundesländern, die sämtlichen GymnasiastInnen eine Matheprüfung abverlangen, wie auch Baden-Württemberg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland. Im Rest der Republik kann man sich vor Mathe drücken, indem man in Deutsch und einer Fremdsprache antritt.

Quelle: https://taz.de/Ungleiche-Bildungschancen/!5546736/ (06.11.2018)

Mit dem gemeinsamen Aufgabenpool sollte nun endlich alles fairer, vergleichbarer, besser werden. So zumindest hatten es die Kultusminister bei der Einführung 2016 versprochen. (…) Was die Minister so deutlich nicht sagten: Die Länder dürfen die Pool-Aufgaben noch einmal abändern und auf die eigene Schülerschaft anpassen – und die meisten machen von dieser Möglichkeit auch regen Gebrauch. (…) Im vergangenen Jahr zum Beispiel sollten Abiturienten in Nordrhein-Westfalen, Berlin, Brandenburg und Baden-Württemberg ein Gebäude berechnen, das mithilfe zweier Pyramiden konstruiert war. Während Schüler in Baden-Württemberg nur drei Teilaufgaben lösen mussten, umfasste die Klausur in Berlin und Brandenburg sechs. Die Berliner und Brandenburger Version enthielt dafür Zwischenergebnisse, damit die Prüflinge nicht mit falschen Zahlen weiterrechneten. Außerdem war eine Gleichung angegeben, die Schüler im Südwesten nicht als Hilfestellung bekamen. (…) Nach Ansicht des Experten, kann es durchaus sinnvoll sein, wenn Länder in die Gestaltung der Aufgaben eingreifen. Schließlich seien die Lehrpläne nach wie von unterschiedlich. Nur: Von gemeinsamen Aufgaben sollte man dann nicht sprechen.

Quelle: https://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/abitur-pruefungen-in-deutschland-von-vergleichbarkeit-keine-spur-a-1271464.html (08.06.2019)

Weitere Empfehlungen:

https://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/vergleichbarkeit-von-abiturnoten-13086933.html

https://www.zeit.de/2019/05/abitur-bundeslaender-unterschiede-foederalismus

 

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