Außentexte – Faust, Steppenwolf, Topf – Werkvergleich

Außentext – Vorschläge

Thema: Tiere und Tierwesen – Schlange, Pudel, Wolf und Co.

“Wir benutzen Tiere geradezu für unsere menschlichen Widersprüche. Bedenkt man das Ausmaß dieser Nutzung […], so könnte unsere kollektive symbolische Nutzung von Tieren in all ihrer Widersprüchlichkeit kaum stattfinden, wären die Tiere aus Sicht des Menschen nicht besonders geeignet für diese Indienstnahme. […] Wir glauben, daß wir den Tieren sehr ähnlich sind und und doch unterschieden von ihnen, fast so wie Menschen in früheren Jahrhunderten glaubten, Gott sei ihnen ähnlich und zugleich eine vollkommen andere Existenz. Wir sehen Tiere mit ihren Leibern, Gesten, Verhaltensweisen und Kommunikationsformen als unsere Verwandten – mit allen Komplikationen, kleinen Lügen, Freuden, rührenden Fürsorglichkeiten und mörderischen Gemeinheiten, die in Verwandtschaftsverhältnissen vorkommen. Nur weil wir Tiere als alte Verwandte sehen, können wir uns in ihnen so ausgiebig spiegeln.”
(Matthias Winzen: “Das Tier als Bild”, in: Das Tier in mir. Die animalischen Ebenbilder des Menschen. Köln 2002, S. 178)


Thema: Reise

“Wir reisen nicht nur an andere Orte, sondern vor allem reisen wir in andere Verfassungen der eigenen Seele.” – Werner Bergengruen, Badekur des Herzens
(https://de.wikiquote.org/wiki/Reisen)

Reisen – “vom Teufel gejagt” – oder “Stillhaltenmüssen” in der Stube?
“In einer trostlosen Vorstadtkneipe ruhte ich einen Augenblick aus, trank Wasser und Kognak, lief wieder weiter, vom Teufel gejagt, die steilen krummen Gassen der Altstadt hinauf und hinab, durch die Alleen, über den Bahnhofplatz. Fortreisen! dachte ich, ging in den Bahnhof, starrte auf die Fahrpläne an den Wänden, trank etwas Wein, versuchte, mich zu besinnen. Immer näher, immer deutlicher begann ich das Gespenst zu sehen, vor dem ich mich fürchtete. Es war die Heimkehr, die Rückkehr in meine Stube, das Stillhaltenmüssen vor der Verzweiflung!” (Hermann Hesse, Der Steppenwolf)


Thema: Lebensbewältigung

“Hesse schreibt […], daß es über dem Steppenwolf und seinem problematischen Leben eine zweite, höhere, zeitlose Welt gibt, die dem Leiden des Steppenwolfs eine transpersönliche und transtemporäre Welt des Glaubens gegenüberstellt, daß das Buch gewiß von Schmerz und Leiden erzählt, daß es aber die Geschichte eines Gläubigen ist und nicht ein Buch der Verzweiflung.”
(aus: Timothy Leary, Politik der Ekstase, Hamburg 1970, zitiert nach Martin Pfeifer: Hermann Hesse, Der Steppenwolf, Baustein Deutsch, Hollfeld 1986, S. 93)

“[…] Steppenwolf – ein Roman um Krise, Leid, Konflikt, Qual -, zumindest an der Oberfläche. Hesse schreibt in einem Brief, wäre sein Leben kein gefährlich schmerzliches Experiment, bewegte er sich nicht ständig am Rande Abgrunds und fühlte das Bodenlose unter seinen Füßen, so wäre sein Leben ohne Sinn und er hätte nie etwas schreiben können. ”
(aus: Timothy Leary, Politik der Ekstase, Hamburg 1970, zitiert nach Martin Pfeifer: Hermann Hesse, Der Steppenwolf, Baustein Deutsch, Hollfeld 1986, S. 92f.)

“Ich kenne keine Weisheit, die mir das Leben erleichtern würde. Das Leben ist nicht leicht, nie, aber danach, ob es leicht sei oder nicht, haben wir gar nicht zu fragen. Wir müssen entweder am Leben verzweifeln, das steht jedem frei, oder wir müssen es ebenso machen wie die scheinbar Gesunden und Tüchtigen, die scheinbar Problem- und Seelenlosen: wir müssen versuchen, unsre Natur als das einzig Richtige zu nehmen, unsrer Seele alle Rechte zuzugestehn.”
(Aus: Hermann Hesse, Die Antwort bist du selbst. Briefe an junge Menschen. Herausgegeben von Volker Michels. Frankfurt am Main 2000, S. 159) – Brief “An Fräulein G.D. (stud. phil.)”

“Man muss durch das Leid und durch die Verzweiflung hindurch, um wieder ans Licht zu kommen.”
(Aus: Hermann Hesse, Die Antwort bist du selbst. Briefe an junge Menschen. Herausgegeben von Volker Michels. Frankfurt am Main 2000, S. 369) – Brief “An einen Studenten”


Thema: geistige Menschen, Außenseiter

“Tief denkende Menschen kommen sich im Verkehr mit anderen als Komödianten vor, weil sie sich da, um verstanden zu werden, immer erst eine Oberfläche anheucheln müssen.”
https://de.wikiquote.org/wiki/Friedrich_Nietzsche


Thema: Grenze, Grenzüberschreitung, Entgrenzung

“Gefühl von Grenze darf nicht heißen: hier bis du zu Ende, sondern: hier hast du noch zu wachsen.”
https://de.wikiquote.org/wiki/Emil_G%C3%B6tt


Thema: Gemütszustände/Melancholie

“Die Traurigkeit ist das Los der tiefen Seelen und der starken Intelligenzen.”
https://de.wikiquote.org/wiki/Alexandre_Vinet

“Und die selbe schwarze Galle, die dem Zentrum der Welt gleich ist, neigt unwiderstehlich dazu, das Zentrum aller Dinge zu erforschen, und sie führt uns über sich selbst hinaus, um die allerhöchsten Dinge zu begreifen, denn sie hat Gemeinschaft mit dem Saturn, dem allerhöchsten Planeten.”
https://de.wikiquote.org/wiki/Marsilio_Ficino


Thema: Humor

“Nun, aller höhere Humor fängt damit an, daß man die eigene Person nicht mehr ernst nimmt.”
https://de.wikiquote.org/wiki/Hermann_Hesse

“Humor ist Erkenntnis der Grenze, verbunden mit grenzenloser Erkenntnis.”
https://de.wikiquote.org/wiki/Gerhart_Hauptmann


Thema: Entwicklung – Metamorphose

“Die Verzweiflung schickt Gott nicht, um uns zu töten, er schickt sie, um neues Leben in uns zu erwecken. ”
https://de.wikiquote.org/wiki/Hermann_Hesse

“Die Auflösung des Einen ist die Entstehung eines Andern.”
Über die Wissenschaft und das Leben
https://de.wikiquote.org/wiki/Francesco_de_Sanctis

“Unzufriedenheit ist der erste Schritt in Richtung Fortschritt (…)”
https://de.wikiquote.org/wiki/Oscar_Wilde


 

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