Der goldne Topf 20

Archivarius verteidigt seine Erzählung als wahrhaftig

– „Erlauben Sie, das ist orientalischer Schwulst, werther Herr Archivarius! sagte der Registrator Heerbrand, und wir baten denn doch, Sie sollten, wie Sie sonst wol zu thun pflegen, uns etwas aus Ihrem höchst merkwürdigen Leben, etwa von Ihren Reise-Abentheuern, und zwar etwas Wahrhaftiges, erzählen.“

Nun was denn, erwiederte der Archivarius Lindhorst, das, was ich so eben erzählt, ist das Wahrhaftigste, was ich Euch auftischen kann, ihr Leute, und gehört in gewisser Art auch zu meinem Leben.

Denn ich stamme eben aus jenem Thale her, und die Feuerlilie, die zuletzt als Königin herrschte, ist meine Ur – ur – ur – ur-Großmutter, weshalb ich denn auch eigentlich ein Prinz bin.

– Alle brachen in ein schallendes Gelächter aus.

– Ja, lacht nur recht herzlich, fuhr der Archivarius Lindhorst fort, Euch mag wol das, was ich freilich nur in ganz dürftigen Zügen erzählt habe, unsinnig und toll vorkommen, aber es ist dessen unerachtet nichts weniger als ungereimt oder auch nur allegorisch gemeint, sondern buchstäblich wahr.

 

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