Der goldne Topf 23

Anselmus soll beim Archivarius arbeiten, um von seinem Wahn loszukommen. (Gleichzeitig löst aber gerade der Archivarius bei ihm ungute Gefühle aus.)

Man hielt ihn nun in der That für seelenkrank und sann auf Mittel, ihn zu zerstreuen, worauf der Registrator Heerbrand meinte, daß nichts dazu dienlicher seyn könne, als die Beschäftigung bei dem Archivarius Lindhorst, nämlich das Nachmalen der Manuskripte. Continue reading “Der goldne Topf 23”

Der goldne Topf 22

Rückblende, was nach dem Vorfall beim Türklopfer geschah.

– Zum zweiten Male brachen die Anwesenden in ein schallendes Gelächter aus, aber dem Studenten Anselmus wurde ganz unheimlich zu Muthe, und er konnte dem Archivarius Lindhorst kaum in die starren ernsten Augen sehen, ohne innerlich auf eine ihm selbst unbegreifliche Weise zu erbeben. Continue reading “Der goldne Topf 22”

Der goldne Topf 21

Der Archivarius erzählt von seinem Bruder, der unter die Drachen gegangen sei

Hätte ich aber gewußt, daß Euch die herrliche Liebesgeschichte, der auch ich meine Entstehung zu verdanken habe, so wenig gefallen würde, so hätte ich lieber manches Neue mitgetheilt, das mir mein Bruder beim gestrigen Besuch mitbrachte. Continue reading “Der goldne Topf 21”

Der goldne Topf 20

Archivarius verteidigt seine Erzählung als wahrhaftig

– „Erlauben Sie, das ist orientalischer Schwulst, werther Herr Archivarius! sagte der Registrator Heerbrand, und wir baten denn doch, Sie sollten, wie Sie sonst wol zu thun pflegen, uns etwas aus Ihrem höchst merkwürdigen Leben, etwa von Ihren Reise-Abentheuern, und zwar etwas Wahrhaftiges, erzählen.“ Continue reading “Der goldne Topf 20”

Der goldne Topf 19

Kaffeehaus, Erzählung des Archivarius: phantastische Szene in einem sonnigen Tal – Phosphorus und Feuerlilie, Kampf mit einem Drachen

Dritte Vigilie.
Nachrichten von der Familie des Archivarius Lindhorst. Veronika’s blaue Augen. Der Registrator Heerbrand.

Der Geist schaute auf das Wasser, da bewegte es sich und brauste in schäumenden Wogen, und stürzte sich donnernd in die Abgründe, die ihren schwarzen Rachen aufsperrten, es gierig zu verschlingen. Continue reading “Der goldne Topf 19”

Der goldne Topf 18

Anselmus hat beim Ergreifen des Türklopfers erneut eine grässliche Erscheinung

Da stand er und schaute den großen schönen bronzenen Thürklopfer an; aber als er nun auf den letzten die Luft mit mächtigem Klange durchbebenden Schlag der Thurm-Uhr an der Kreuzkirche den Thürklopfer ergreifen wollte, da verzog sich das metallene Gesicht im ekelhaften Spiel blauglühender Lichtblicke zum grinsenden Lächeln. Continue reading “Der goldne Topf 18”

Der goldne Topf 17

Anselmus bewirbt sich um eine Beschäftigung bei Archivarius Lindhorst

Es war ziemlich spät worden und der Registrator Heerbrand griff nach Hut und Stock, da trat der Conrektor Paulmann geheimnißvoll zu ihm hin und sprach: Ei, wollten Sie nicht, geehrter Registrator, dem guten Hrn. Anselmus selbst – nun! wovon wir vorhin sprachen Continue reading “Der goldne Topf 17”

Der goldne Topf 16

Beim Wort “Kristallglocke” hat Anselmus wieder einen Flashback

Ja! fügte er hinzu, man hat wol Beispiele, daß oft gewisse Fantasmata dem Menschen vorkommen und ihn ordentlich ängstigen und quälen können, das ist aber körperliche Krankheit, und es helfen Blutigel, die man, salva venia, dem Hintern applizirt, wie ein berühmter bereits verstorbener Gelehrter bewiesen. Continue reading “Der goldne Topf 16”

Der goldne Topf 15

Anselmus ist wieder in der Realität angekommen und interessiert sich für Veronika

Aber dem Studenten Anselmus that es wohl, daß man sich seiner in der höchst betrübten Lage, für betrunken oder wahnwitzig gehalten zu werden, annahm, und unerachtet es ziemlich finster geworden, glaubte er doch zum ersten Male zu bemerken, wie Veronika recht schöne dunkelblaue Augen habe, ohne daß ihm jedoch jenes wunderbare Augenpaar, das er in dem Hollunderbaum geschaut, in Gedanken kam. Continue reading “Der goldne Topf 15”

Der goldne Topf 14

Paulmanns Tochter Veronika verteidigt Anselmus

– Der Student Anselmus wurde ganz betrübt über seines Freundes harte Rede, da sagte Paulmanns älteste Tochter Veronika, ein recht hübsches blühendes Mädchen von sechszehn Jahren: Aber, lieber Vater! es muß dem Hrn. Anselmus doch was Besonderes begegnet seyn, und er glaubt vielleicht nur, daß er gewacht habe, unerachtet er unter dem Hollunderbaum wirklich geschlafen und ihm allerlei närrisches Zeug vorgekommen, was ihm noch in Gedanken liegt. Continue reading “Der goldne Topf 14”