Der goldne Topf 08

Erscheinung im Holderbusch, rätselhaftes Gezwitscher über Liebe und Lust

Hier wurde der Student Anselmus in seinem Selbstgespräche durch ein sonderbares Rieseln und Rascheln unterbrochen, das sich dicht neben ihm im Grase erhob, bald aber in die Zweige und Blätter des Hollunderbaums hinaufglitt, der sich über seinem Haupte wölbte. Bald war es, als schüttle der Abendwind die Blätter, bald, als kos’ten Vögelein in den Zweigen, die kleinen Fittige im muthwilligen Hin- und Herflattern rührend. Continue reading “Der goldne Topf 08”

Der goldne Topf 07

Anselmus beklagt sein Schicksal

– Daß ich niemals Bohnen-König geworden, daß ich im Paar oder Unpaar immer falsch gerathen, daß mein Butterbrodt immer auf die fette Seite gefallen, von allem diesen Jammer will ich gar nicht reden; aber, ist es nicht ein schreckliches Verhängniß, daß ich, als ich denn doch nun dem Satan zum Trotz Student geworden war, ein Kümmeltürke seyn und bleiben mußte? Continue reading “Der goldne Topf 07”

Der goldne Topf 06

Lieblicher Ort an der Elbe, Fortsetzung der Klage Anselmus’

Unter einem Hollunderbaume, der aus der Mauer hervorgesprossen, fand er ein freundliches Rasenplätzchen; da setzte er sich hin und stopfte eine Pfeife von dem Sanitätsknaster, den ihm sein Freund, der Conrektor Paulmann, geschenkt. Continue reading “Der goldne Topf 06”

Der goldne Topf 05

Anselmus beklagt sein Missgeschick

Die Thränen wären dem armen Studenten Anselmus beinahe in die Augen getreten, denn auch er hatte, da der Himmelfahrtstag immer ein besonderes Familienfest für ihn gewesen, an der Glückseligkeit des Linkischen Paradieses Theil nehmen, ja er hatte es bis zu einer halben Portion Kaffee mit Rum und einer Bouteille Doppelbier treiben wollen, und um so recht schlampampen zu können, mehr Geld eingesteckt, als eigentlich erlaubt und thunlich war. Continue reading “Der goldne Topf 05”

Der goldne Topf 02

Reaktion der Marktfrauen, Fluch, Flucht

Auf das Zetergeschrei, das die Alte erhob, verließen die Gevatterinnen ihre Kuchen- und Branntweintische, umringten den jungen Menschen und schimpften mit pöbelhaftem Ungestüm auf ihn hinein, so daß er, vor Aerger und Schaam verstummend, nur seinen kleinen nicht eben besonders gefüllten Geldbeutel hinhielt, den die Alte begierig ergriff und schnell einsteckte. Continue reading “Der goldne Topf 02”

Der goldne Topf 01

Porto, 2012,
Porto, 2012, ©ankehueper

Der goldne Topf.
Ein Mährchen aus der neuen Zeit.

Erste Vigilie.

Vigilie (lat. vigiliae f, pl. – Nachtwache)

Die Unglücksfälle des Studenten Anselmus. Des Conrektors Paulmann Sanitätsknaster und die goldgrünen Schlangen. Continue reading “Der goldne Topf 01”