Gretchentragödie – Interpretationshypothesen

Interpretationshypothesen – zur Diskussion gestellt:

Gretchen verkörpert die verführte Unschuld.

Gretchen ist Faust ebenbürtig.

Gretchens Schuld wird als entschuldbar dargestellt.

Gretchen bleibt völlig den kirchlich und sozial gebundenen Anschauungen ihres kleinbürgerlichen Lebenskreises verhaftet.

Gretchens Entscheidung, sich Faust hinzugeben, beweist, dass für sie Liebe mehr zählt als bürgerliche Moral.

Faust muss Gretchen opfern, um sich weiter frei entwickeln zu können.

Das Liebesverhältnis zwischen Gretchen und Faust ist in mehrfacher Hinsicht auch ein Herrschaftsverhältnis.

Gretchen ist ihrer ersten Liebeserfahrung hilflos ausgesetzt.

Gretchen ist in ihrer Grundhaltung naiv und wenig reflektiert.

Gretchen ist sensibel und erfasst vieles gefühlsmäßig.

Gretchen ist direkte Gegenspielerin Mephistopheles’.

Gretchens menschliche Größe ist mindestens der Fausts’ ebenbürtig.

Gretchen wird nicht idealisiert, sondern in ihren menschlichen Schwächen charakterisiert.

Die Kindtötung wird als Tat einer Geistesgestörten gezeichnet.

Quellen:

Hermes, Helmut: Johann Wolfgang Goethe – Faust Erster und Zweiter Teil (Lektürehilfen), Klett Verlag, ISBN 978-3-12-923002-2, Stuttgart 2005 (2017 neu aufgelegt)

Kobligk, Helmut: Johann Wolfgang Goethe – Faust I (Grundlagen und Gexdanken zum Verständnis des Dramas, Band 30), Diesterweg Verlag, ISBN 3-425-06360-X, Frankfurt am Main, 1992 (18. Auflage)

Schlemmer, Ulrich: Interpretationen Deutsch – Goethe: Faust I, Stark Verlag, ISBN-13: 978-86668-498-8, Hallbergmoos, 2000 (2016 neu aufgelegt)

 

 

 

 

 

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