Klimaflucht

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d5/Map_of_Alaska_NA.png, verändert
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d5/Map_of_Alaska_NA.png, Ausschnitt, Markierung eingefügt, Farben verändert (Karte ist gemeinfrei)

Ganz in der Nähe, wo die USA und Russland nur 4 km voneinander entfernt liegen (Kleine und Große Diomedes-Insel), an der Beringstraße, hat die Bevölkerung in Shishmaref auf der alaskischen Insel Sarichef diese Woche gewählt und beschlossen auf das Festland zu ziehen und dort ihr Dorf neu aufzubauen.

Berichterstattung in den Medien: Spiegel, Süddeutsche, Guardian etc.

Es ist nicht das erste Mal, dass Shishmaref diesen Beschluss fasst, bereits 2002 gab es eine Abstimmung. Doch ohne finanzielle Hilfe vom Staat können sich die Bewohner von Sarichef, Inuit, die von Jagd und Fischfang leben, den Umzug nicht leisten. Und finanzielle Hilfe gibt es nur, wenn sie als Klimaflüchtlinge anerkannt würden.

Die Insel ist doppelt bedroht: Zum einen steigt der Meeresspiegel, zum anderen schmilzt das Eis und schützt nicht mehr vor Sturmfluten. Durch die Erosion wird die Insel immer kleiner.

Bilder aus Shishmaref

Definition:

Als Umweltflüchtlinge werden Personen bezeichnet, die sich aufgrund von Umweltveränderungen oder Naturkatastrophen gezwungen sehen, ihre Heimat zu verlassen. Für den Fall, dass die globale Erwärmung als Ursache der Umweltveränderung angesehen wird, spricht man auch von Klimaflüchtlingen. (Wikipedia)

Brennpunkte klimabedingter Migration weltweit

In einem südlicher gelegenen Teil Alaskas findet bereits ein Umzug statt: Der Ort Newtok auf Alaskas Festland, 4 km vom Norden der Insel Nelson Island entfernt, wird wegen starker Bodenerosion des Tundrabodens in der Region um Newtok in das neu errichtete Mertarvik auf Nelson Island, 14 km von Newtok entfernt, umgesiedelt. (Wikipedia)

Videobericht zur Umsiedlung (Guardian.com)

Auch in Deutschland gibt es Landverluste, die auf Sturmfluten und den Meeresspiegelanstieg zurückzuführen sind:

Die Hörnum-Odde, Südzipfel der Insel Sylt

Die Sturmflut Mitte November 2015 hatte für Hörnum-Odde verheerende Folgen. Auf insgesamt 850 Metern gab es schwere Abbrüche, die einen Landverlust von bis zu 60 Metern zur Folge hatten. Der Ort Hörnum blieb durch die 2014 installierten Tetrapoden verschont. Die Sturmflut trennte aber den südlichen Teil der Hörnum-Odde fast vollständig vom Rest der Insel ab. Auch in den ersten Wochen des Jahres 2016 waren weitere große Landverluste an der Hörnum-Odde zu verzeichnen. Experten befürchten, dass der Kampf um Hörnum-Odde bald verloren ist. (Wikipedia)

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *