Politische Lyrik

Sammlung von Ideen für eine Einheit “politische Lyrik” (z.B. in Klasse 10, Gymnasium), gleichzeitig Epochendurchgang vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart

Politik bezeichnet die Regelung der Angelegenheiten eines Gemeinwesens durch verbindliche Entscheidungen. Sehr allgemein kann jegliche Einflussnahme, Gestaltung und Durchsetzung von Forderungen und Zielen in privaten oder öffentlichen Bereichen als Politik bezeichnet werden. […] Im engeren Sinne bezeichnet Politik die Strukturen (Polity), Prozesse (Politics) und Inhalte (Policy) zur Steuerung politischer Einheiten, zumeist Staaten, nach innen und ihrer Beziehungen zueinander.
(https://de.wikipedia.org/wiki/Politik)


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zeit.de Politik und Lyrik


Untersuchungsaspekte:

  • Zeit, Raum, politischer und gesellschaftlicher Hintergrund
  • Anlässe: z.B. Krieg, Territorialisierung, Schlachten, Kreuzzüge; Frieden
  • (Konflikt-)Parteien (z.B. Adel, Stadtbürgertum
  • Funktion: Selbstdarstellung versus Feindbilder
  • Folgen und Wirkung: Propaganda, Totenklage etc.
  • Verfasser, biographische Fakten
  • Kanäle der Verbreitung
  • Entwicklung: höfische Gesellschaft, Nationalstaat, moderne Demokratie; veränderte Einstellung zu Politik, Krieg, Widerstand usw.

Epochen (Referatthemen):

    1. Politische Lyrik im 13.-15. Jahrhundert (Spätmittelalter)

      Zerfall des Rittertums, Erstarken des Bürgertums, Verhältnis Herrschende-Dichter-Publikum, Normbewahrung/Systemstabilisierung (s.a. Redensarten-Index: “Wes Brot ich ess, des Lied ich sing”)
      Einführung:
      Müller, Ulrich, “Mittelalter”. In: Hinderer, Walter, “Geschichte der politischen Lyrik”. (Google Books, Vorschau, Auszüge);
      Scholz, Manfred Günter, Zum Verhältnis von Mäzen, Autor und Publikum im 14. und 15. Jahrhundert, Darmstadt, 1987;
      Müller, Ulrich (Hrsg.), Politische Lyrik des deutschen Mittelalters, Bd. 1+2, Göppingen, 1974
      Gedichtbeispiele:
      Michael Beheim (1420-späte 1470er Jahre): Dis geticht sagt von turken und vom adel
      (thematisiert die Eroberung Konstantinopels 1453 durch das Osmanische Reich), Beheim vertritt in seinem Werk die Position seines jeweiligen Dienstherrn
      Oswald von Wolkenstein (1377-1445): “Nu huss” (jeweils mit Übertragung ins Neuhochdeutsche: pinselpark.de; ausfall.at; s.a. Youtube)
      (Schlachtlied, das die Verteidigung und den Ausfall der Burg Greifenstein besingt), Oswald von Wolkenstein vertritt seine eigenen politischen Ziele als Vertreter des niederen Adels im Machtkampf gegen den Landesfürsten;
      Bestandteil verschiedener Lieder seit dem 14. Jahrhundert: “Als Adam grub und Eva spann, wo war da der Edelmann?”
      Weitere Literatur:
      Kerch, Sonja: Der landsfrid ist zerbrochen. Das Bild des Krieges in den politischen Ereignisdichtungen des 13. bis 16. Jahrhunderts. In: Imagines Medii Aevi, Interdisziplinäre Beiträge zur Mittelalterforschung Bd. 1, Wiesbaden 1997
      Steinitz, Wolfgang: Deutsche Volkslieder demokratischen Charakters aus sechs Jahrhunderten, Bd. 1

    2. Politische Lyrik im 15./16. Jahrhundert
      Untergrombach, 2006, ankehueper
      Bruchsal, Untergrombach, 2006, ©ankehueper

      Gedichtbeispiele:
      Martin Luther: Ein feste Burg ist unser Gott

      Luther-Kirche, Karlsruhe, 2005, ankehueper
      Lutherkirche, Karlsruhe, 2005, ©ankehueper

      Hans Sachs (1494-1576): Wach auff meins hertzen schöne / du Christenliche schar (protestantische Umdichtung eines bekannten Tagelieds unbekannter Herkunft)
      Conz Annahans (et. al.): Die Bauern sind einig geworden (ca. 1526)
      -> Schlaraffenlandmotiv

    3. Politische Lyrik im 17. Jahrhundert (Barock)
      Beinhaus in Schorbach, 2009, ©ankehueper
      Beinhaus in Schorbach, 2009, ©ankehueper

      Gedichtbeispiele:
      Andreas Gryphius: Es ist alles eitel
      Andreas Gryphius: Tränen des Vaterlandes
      (siehe hierzu auch: Einzinger, Teresa, Politische Lyrik im Wandel der Zeit, e-fellows.net stipendiaten-wissen, grin 2010, S. 7-10)

    4. Politische Lyrik im 18. Jahrhundert

      4.1 Aufklärung
      Gedichtbeispiel:
      4.2 Empfindsamkeit
      Gedichtbeispiel:
      4.3 Sturm und Drang
      Gedichtbeispiel:
      Gottfried August Bürger: Der Bauer an seinen durchlauchtigen Tyrannen
      4.4 Weimarer Klassik
      Gedichtbeispiel:
      4.5 Volkslied
      Anlässlich der sächsischen Bauernunruhen im Jahre 1790 entstand das folgende Lied:
      ,,Ihr Bauern hier im Sachsenland / Erlegt das Wild mit eigner Hand, / Ihr tötet Hirsche, Reh und Schweine, / Ein jeder spricht: die Jagd ist meine, / Ihr waget Leben, Guth und Blut. / Woher nehmt Ihr doch solchen Muth? / Ihr sagt, man hört nicht unsre Klagen, / Wenn wir es gleich dem Fürsten sagen, / Das Wild verwüstet Feld und Saat, / Wenn wir gleich wachen früh und spat. / Viel Steuern haben wir zu geben, / Kind und Gesinde wollen leben. / Drum machen wir uns selber Jagd, / Es wird niemand darum gefragt. / Gott, der des Menschen Würde kennt, / Bey Adam uns dort alle nennt: / Herrscht über Vieh und Feld und Wald, / Ich schufs zu eurem Unterhalt, / Ihr mögt die Tiere schlachten und essen / Nur sollt Ihr meiner nicht vergessen! / Hier liest man nicht von Sklaverey, / Gott schuf den Menschen völlig frey. / Freyheit ist ihm von Gott gegeben, / Darüber lässt er Leib und Leben. / Wir schreiben uns von Adam her, / Wer ist, der nicht von Adam wär? / Kommt her, ihr stolzen Edelleute! / Wir haben Gottes Wort zur Seite.“ (zitiert aus: http://www.geschichte-pirna.de/Kreisgeschichte.pdf; weitere Informationen dazu in Steinitz, Wolfgang: Deutsche Volkslieder demokratischen Charakters aus sechs Jahrhunderten, Bd. 1, S. 99 ff.)

    5. Politische Lyrik im 19. Jahrhundert

      5.1 Romantik
      Gedichtbeispiel:
      5.2 Biedermeier/Restauration
      Gedichtbeispiel:
      5.3 Junges Deutschland und Vormärz
      Gedichtbeispiele:
      Schlesischer Weberaufstand 1844:
      Heinrich Heine: Die schlesischen Weber
      Georg Weerth: Das Hungerlied
      (weitere Weberlieder, z.B. “O, wenn doch keine Maschine nicht wär'”, “Die Herren treibens gar zu toll” in: Steinitz, Wolfgang: Deutsche Volkslieder demokratischen Charakters aus sechs Jahrhunderten, Bd. 1, S. 227 ff.)
      Die Gedanken sind frei
      (siehe auch Steinitz, Wolfgang: Deutsche Volkslieder demokratischen Charakters aus sechs Jahrhunderten, Bd. 2, S. 162 ff.)
      Badische Revolution:
      Das „Heckerlied“ und seine antisemitische Variante
      Deutscher Nationalismus:
      Die Wacht am Rhein
      Heil dir im Siegerkranz
      Hoffmann von Fallersleben: Lied der Deutschen
      (siehe hierzu auch: Einzinger, Teresa, Politische Lyrik im Wandel der Zeit, e-fellows.net stipendiaten-wissen, grin 2010, S. 13-21)

      Wohn- und Sterbehaus Scheffels, Stephanienstraße 16, Karlsruhe, 2006, ©ankehueper
      Wohn- und Sterbehaus Scheffels, Stephanienstraße 16, Karlsruhe, 2006, ©ankehueper

      Joseph Victor von Scheffel: Der Trompeter von Säckingen
      “(…) Soll nicht aus der deutschen Erde / Eignen Rechtes Blum’ entsprossen, / Waldes duftig, schlicht, kein üppig / Wuchernd Schlinggewächs des Südens? (…)”
      5.4 Realismus
      Gedichtbeispiel:

    6. Politische Lyrik der Moderne (1890-1980)

      6.1 Naturalismus
      Gedichtbeispiel:
      6.2 Impressionismus/Fin de Siècle/Jugendstil
      Gedichtbeispiel:
      6.3 Expressionismus
      Gedichtbeispiel:
      6.4 Avantgarde/Dadaismus
      Gedichtbeispiel:
      6.5 Weimarer Republik/Neue Sachlichkeit
      Gedichtbeispiel:
      6.6 Zeit des Nationalsozialismus
      6.6.1 Politische Lyrik im Dienst der Nationalsozialisten
      Beispiele:
      Hanns Johst: Dem Führer (1933)
      Horst Wessel: Die Fahne hoch (zwischen 1927 und 1929)
      6.6.2 Widerstand
      Gedichtbeispiele:
      Die Moorsoldaten
      6.6.3 Innere Emigration
      6.6.4 Exilliteratur
      6.7 Nachkriegsliteratur/Trümmerliteratur
      Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben ist barbarisch
      Gedichtbeispiel:
      6.8 Literatur der BRD/Literatur der DDR
      6.8.1 BRD Studentenbewegung
      Politische Lieder:
      Macht kaputt, was euch kaputt macht

      6.9 Neue Subjektivität
      Gedichtbeispiel:

    7. Politische Lyrik der Postmoderne (ab 1980)

      Gedichtbeispiel:

    8.  Politische Lyrik im 21. Jahrhundert

      Gedichtbeispiele:
      ca. 50 politische Gedichte in der Wochenzeitung Die Zeit

       

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